Gärtnerei Obergrashof …in Kreisläufen denken

Tagwerk und der Obergrashof blicken auf rund 20 Jahre gute Zusammenarbeit zurück. 

Dem Obergrashof ist es gelungen, einen geschlossenen Kreislauf zu erzeugen und dabei nachhaltig und hochwertig zu wirtschaften. Und das sieht man nicht nur am Gemüse. Hier wird sechs Mal pro Woche geerntet, und das rund 25 km vom Münchner Marienplatz entfernt - der Tagwerk Naturkost Großhandel liegt dazwischen. So nah kann regionales Gemüse sein!

Mit über 50 Gemüsearten gedeiht eine enorme Vielfalt auf den Feldern. Grüne und rote Salate, Gelbe Rüben, Fenchel, Kohlrabi, Rettiche, Zucchini, Spinat, Kürbis usw. – die ganze Palette heimischer Gemüsearten. Zur Bodenbearbeitung wird ein spezieller, bodenschonender Pflug eingesetzt: der Turiel-Häufelpflug. Und zwischen den Beeten sind Blühstreifen. Sie schützen vor Winderosion und bieten Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Für einen Demeter-Hof, der auf biologisch-dynamische Weise arbeitet, ist dies ganz wichtig: Hierbei sollen natürliche Kreisläufe mit Hilfe von Antagonisten und Protagonisten erzeugt werden. Was im konventionellen Anbau mit chemischen Mitteln erzwungen werden kann, wird am Obergrashof mit viel Fingerspitzengefühl und Rücksicht auf die natürlichen Mechanismen umgesetzt. Ein deutlicher Mehraufwand, der es wert ist! Denn als wichtiger Lieferant von Demeter-Qualitätsfrischgemüse in der Münchner Region ist die Gärtnerei Obergrashof schon seit Jahren ein Garant für beste Qualität.


Aber auch große Tiere gehören zum Obergrashof: eine Herde der vom Aussterben bedrohten Murnau-Werdenfelser Rinder. Sie liefern wertvollen Mist, der zusammen mit Grünabfällen kompostiert und dann als organischer Dünger auf die Felder ausgebracht wird. Außerdem werden Milchschafe gehalten, deren Milch weiterverarbeitet wird. So schließt sich der Nährstoffkreislauf innerhalb des eigenen Betriebs, und obendrein kann auch noch Fleisch vermarktet werden.

Für die Wintermonate werden Lager- und Treibgemüse produziert. Diese haben einen geringen Energieaufwand. Sie nehmen sprichwörtlich ihren Energievorrat aus dem Sommer mit und ermöglichen auch im Winter eine regionale Lebensmittelversorgung. Zu dem Treib- und Sprossengemüse zählen Chicoréewurzeln, Schnittlauchballen und Kressesamen. Petersilienwurzel, Sellerei, Kartoffeln, Lauch, Pastinaken, Weiß- und Blaukraut und Karotten eigenen sich als Lagergemüse. 

Als Demeter-Gärtner bewirtschaften Julian Jacobs und Peter Stinshoff rund 100 Hektar Freiland- und 1500m² Gewächshausfläche. Zusätzlich werden rund 25 Arbeitskräfte, 25 Saisonarbeiter und 8 Lehrlinge beschäftigt.

Neben dem Gemüseanbau steht der Obergrashof auch für eine umfangreiche Bauernhofpädagogik. Von Kindergartenkindern über Lehrlinge bis zu Berufskollegen kommen viele Interessierte ins Dachauer Moos zu diesem Demonstrationsbetrieb, der  Mitglied im Netzwerk Erlebnisbauernhöfe ist. Durch das vielschichtige Engagement ist viel Bewusstseinsbildungsarbeit geleistet worden, von der alle in der Branche profitieren. 

Überreichung des ökologischen Förderpreises 2012 in Berlin mit Ilse Aigner

Die Sortenwahl beim Obergrashof 

Auch als Züchter hat sich Julian Jacobs einen Namen gemacht. In Zusammenarbeit mit dem Verein Kultursaat e.V. entwickelt er samenfeste Gemüsesorten, also solche, die man – im Gegensatz zu den inzwischen marktbeherrschenden Hybridsorten – immer wieder nachbauen kann. Diese Züchtungsarbeit erfordert viel Geduld und Idealismus. Zu den Stars zählt der Kohlrabi „Rasko“, die Möhre „Milan“ sowie Rettich und Blumenkohl. „Sorten sind Kulturgut“, so Julian Jacobs. „Sie müssen der Menschheit zur Verfügung gestellt werden. Nur so verhindern wir Abhängigkeiten und sichern unsere Nahrungsgrundlagen.“

Dem Obergrashof reicht es nicht, nur auf dem Acker nachhaltig zu arbeiten. Trotz eines finanziellen Zusatzaufwands wird der gesamte Energiebedarf mit regenerativer Energie gedeckt. Trinkwasser wird aus einem eigenen Brunnen gefördert und eine Flüssiggasbrennwerttherme beheizt einzelne Gewächshäuser falls nötig.

www.obergrashof.de

 

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