TAGWERK-Betrieb Biberger …wenn der Roder rattert

Die Hauptstraße von Altdorf nach Landshut ist stark befahren. Der kleine Hof neben der alten Altdorfer Kirche steht voller Maschinen aller Art. Drin im Büro sitzt Sepp Biberger am Computer vor der Konstruktionszeichnung einer Erntemaschine. Sind wir in einem Ingenieurbüro gelandet?
So ganz verkehrt ist dieser Eindruck nicht. Zwar ist der Bibergerhof ein Biobauernhof, spezialisiert auf Feldgemüseanbau. Aber der Gerätebau spielt auch eine große Rolle auf dem Betrieb. „Damit wir preislich mithalten können, müssen wir weitgehend ohne Handarbeit auskommen“, sagt der Biberger Sepp. Spezialgeräte wie z.B. ein Gelbe-Rüben-Roder, eine Zwiebelputzmaschine oder Abpackvorrichtungen für 5-kg-Kartoffeltüten rationalisieren die Arbeit.

Hier kommt der Techniker in Sepp Biberger zum Zug. Als gelernter Fernmeldehandwerker hat er Spaß am Tüfteln und Konstruieren, sucht sich seine Geräte überall zusammen und baut sie, wenn nötig, bedarfsgerecht um. Sohn Armin wurde schon von klein auf in diese Diskussionen mit einbezogen. „So – wia mach ma jetzt des?“ fragte der Vater den Buben, kaum dass dieser sprechen konnte. Kein Wunder, dass Armin später Maschinenbau studierte und nun seinen ausgebildeten Sachverstand in die Arbeit am Hof einbringt.

 

Neben Wurzelgemüse aller Art – Gelbe und Rote Rüben, Pastinaken und Petersilienwurzeln – wachsen Kartoffeln und Zwiebeln auf den Bibergerschen Feldern. Aber auch Getreide wird angebaut sowie Kleegras und Ackerbohnen. Diese stickstoffsammelnden Zwischenfrüchte sind für die Bodenverbesserung wichtig. Die Kartoffeln, die besonders viel Stickstoff brauchen, werden zusätzlich mit einem biologischen Düngemittel aus Haar- und Hornspänen gedüngt.

Seit gut 30 Jahren bauen Sepp und Katharina Biberger biologisches Feldgemüse an. In so einem langen Zeitraum hat man aus vielen Fehlern lernen können. Nun ist so ziemlich alles optimiert: die Fruchtfolge, die Reihenabstände, die Erntetechnik, die Vermarktungswege. Aber für irgendeine ausgefeilte Spezialmaschine findet man natürlich immer noch Verwendung...

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