Der Kohlrabi gilt als typisch deutsches Gemüse. Dafür spricht auch, dass wir mit etwa 40.000 Tonnen jährlich Europameister im Anbau, aber auch im Verbrauch sind. Der Kohlrabi versteckt ein Geheimnis unter seiner wächsernen Schale. Keiner weiss, woher er eigentlich stammt. Seine Heimat lässt sich nur auf Europa eingrenzen. Auch seine Historie ist nur vage beschrieben. Schon die alten Römer genossen den Kohlrabi als ‚caulo rapa‘ (Stängelrübe), so sein klangvoller Name in römischen Küchen. Innerhalb europäischer Grenzen macht uns jedoch niemand den Ruf strittig, absolute Kohlrabi Liebhaber zu sein. In vielen anderen Staaten verzichtet man deshalb auf eine Übersetzung. In Ländern wie England, Russland, Israel, Korea und Japan nennt man ihn ebenfalls Kohlrabi, wenngleich gewiss mit einem etwas anderen Akzent.

Manchmal mag er Farbe

Über 40 Kohlrabisorten wachsen auf deutschen Äckern. Dabei kleidet sich die Knolle auch gerne mal in ein farbiges Gewand. Blaue Kohlrabi Sorten leuchten in Purpurfarben. Innen sind sie jedoch weiss wie ihre hellgrünen Verwandten. Den Nährstoffen ist die Farbe egal. Sie sind bei allen Sorten gleich. Kohlrabi ist ein wunderbares Gemüse! So viel muss erst einmal gesagt sein. Wie die meisten Kohlsorten, ist er eine Vitamin C Bombe. Schon 100 g Kohlrabi decken rund 65 % des täglichen Bedarfs. Hinzu kommen weitere Vitamine wie A, B1, B2, K, Nicancin, Folsäure und viele Mineralien. Seine Senföle unterstützen die Immunzellen im Darm und stärken die Abwehrkräfte. Spannend ist auch der Gehalt an Sulforaphan. Es aktiviert die Hautzellen zur Bildung von Eiweißstoffen. Manche behaupten, das könne ein Sonnenbrand-Risiko deutlich reduzieren. Wir würden uns trotzdem vorsichtshalber vor zu viel Sonne schützen. In Sachen Bekömmlichkeit ist der Kohlrabi der Gewinner unter den Kohlsorten. Aufgrund seiner Struktur, belastet er den Körper kaum. Übrigens enthalten die zarten frischen Herzblätter mehr als das doppelte der Nährstoffe. Klein geschnitten, passen sie wunderbar zu Salat, Saucen, Kohlrabi Gerichten und Suppen.

Samenfeste Sorten mit Potential

Der Kohlrabi ist eine Oberrübe. Den Titel verdankt er dem Umstand, dass er auf dem Ackerboden wächst und nicht in der Erde. Die Knolle ist der gestauchte, verdickte Hauptspross der Pflanze. Lässt man sie überwintern, bildet sich im zweiten Jahr einen Stängel mit Blütenstand. An ihm wachsen Schoten, in denen Samen reifen. Diese Samen können jedoch nur bei samenfesten Sorten zur Wiederaussaat verwendet werden. Dazu gehören Rasko und Fridolin. Diese lustigen Namen stehen für zwei solcher  Sorten. Sie wachsen auf den Äckern des Dachauer Obergrashof – und wurden auch dort über mehrere Jahre zur Sortenreife entwickelt. Rasko und Fridolin sind samenfest. Beide Sorten versprechen einen besonders aromatischen, nussig süssen Geschmack und sind noch bekömmlicher als handelsübliche Hybridsorten. Diese wurden mit dem Ziel entwickelt, sichere, uniforme, hohe Erträge zu bringen. Andere wichtige Eigenschaften leiden darunter.
Sorten sind Kulturgut. Sie sollten allen zur Verfügung stehen, um Abhängigkeiten zu vermeiden und die Nahrungsgrundlagen zu sichern. Die weiterentwickelte Kohlrabisorte Rasko kam aus der Schweiz zum Obergrashof. Ilmar Randuja vom Ekkarthof ist Pionier der biologisch-dynamischen Gemüsezüchtung. Er kultivierte Rasko. Trotzdem wäre die Sorte beinahe in Vergessenheit geraten. Aus wenigen Resten Saatgut entwickelte der Obergrashof ihn bis zur Sortenreife. Dabei achteten die Gärtner darauf, die innere zarte Qualität zu halten und die äußeren Merkmale so zu entwickeln, dass Rasko für den Erwerbsanbau attraktiv wird. Das ist gelungen. Rasko bereichert den hybridfreien, ökologischen Gemüseanbau.

Noch ein paar Tipps

Junger Kohlrabi ist ab Mai im Handel. Dann schmeckt er besonders gut – gerade auch roh als Knabbergemüse! Spätere Ernten lassen sich lagern. Deshalb gibt es Kohlrabi nahezu das ganze Jahr über. Nach dem Einkauf kann man ihn rund eine Woche im Kühlschrank aufbewahren. Dazu sollten die Blätter abgetrennt werden. Zur Verarbeitung schält man die Schale und schneidet die Knolle in Stifte, Scheiben oder Würfel. Maximal 10-15 Minuten Kochzeit erhalten Aroma und Nährstoffe. Auch das Kochwasser kann Verwendung für Suppen und Saucen finden. Es enthält etwas 50 Prozent der wertvollen Senföle, die sich beim Garen lösen.

Roh, gegart, gefüllt, überbacken, in Aufläufen, Gratins oder vegetarischen Puffern - Kohlrabi kann viele Mahlzeiten bereichern. Dabei ist völlig egal, wo seine historischen Wurzeln liegen. Was zählt ist, dass er auf unseren Tischen gelandet und hier heimisch geworden ist, weil er gesund ist und einfach gut schmeckt!

Obergrashof

Rezepte - so vielseitig und so gut!

Gefüllte Kohlrabi

Kohlrabi Lasagne

Kohlrabi Süppchen

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