Wäre sie orange, würde man sie für eine Karotte halten. Wäre sie rund und dick, würde man eine Sellerie in ihr erkennen. In Wirklichkeit hat sich die Pastinake aber eigentlich den Ruhm ihrer eigenen Qualitäten verdient. Ihre Popularität hält sich in Grenzen. Viele Menschen ziehen fragend die Augenbrauen hoch, wenn man sie auf die Pastinake anspricht. Dabei hat sie schon eine Schärpe getragen und durfte sich 2011/2012 das ‚Gemüse des Jahres‘ in Deutschland nennen. Gründe gibt es reichlich, die Pastinake einmal richtig vorzustellen. Und das tun wir jetzt auch!

Ein echt altes Gemüse

Auch wenn wir sie nicht so richtig kennen, blickt die Pastinake auf eine lange Geschichte zurück. Schon im Römischen Reich zählte sie zu den beliebtesten Wurzelgemüsen. Im 14. Jahrhundert schrieb man ihrem Saft sogar Heilkräfte gegen die Pest zu. Schnell wurde aus der Pastinake die Pestnacke. Ihr hohes Ansehen auf den Tellern unserer Vorfahren beweist das ‚Capitulare de villis vel curtis imperii‘. Das ist nichts Geringeres als die Landgüterverordnung Karl des Großen. Genau darin schrieb der Kaiser den Anbau von Pastinaken sogar vor. Später bekam die Pastinake deutliche Konkurrenz. Karotte und Kartoffel liefen ihr in Deutschland den Rang ab. Den erobert sie sich aber gerade wieder zurück. Pastinaken liegen bei Kennern im Trend.

Widerstandsfähig und bescheiden

Im März beginnt die Lebensgeschichte der schmackhaften Wurzel. Dann findet die Saat ihren Platz auf dem Acker. In den nächsten zwei bis drei Wochen keimt sie im Boden. So richtig kräftig wächst die Pastinake von Juni bis in den September hinein. Ab Oktober ist Ernte. Im Verhältnis zur Karotte kommt die Pastinake mit mehr Feuchtigkeit gut klar. Selbst Frost kann sie nicht wirklich stören. Nur wenige Schädlinge bedrohen ihr gesundes Wachstum. Deshalb kommt das robuste Gemüse gut ohne Pestizide aus.

Powerwurzel

Die Pastinake liefert wichtige Nährstoffe. Dazu gehören Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor, Vitamin B, C und E sowie Folsäure. Natürlicher Zucker, Stärke und Pektin sorgen für ein langanhaltende Sättigung bei wenig Kalorien. Das alles wusste Karl der Große wahrscheinlich noch nicht so genau, traf aber mit seinem Erlass der Anbauverpflichtung eine goldrichtige Entscheidung für die Ernährung des Volkes. Einen Erlass brauchen wir nicht. Uns überzeugt die Powerwurzel mit ihren Vorzügen.

Genussvielfalt

Das Herbst- und Wintergemüse schmeckt leicht süßlich, dabei würzig und nussig. Die Pastinake bietet jede Menge Zubereitungsvarianten. Sie reichen von einfacher Rohkost über Pastinakenpuffer, -püree, -suppen in Verbindung mit anderen Gemüsen bis hin zum Auflauf oder zur Quiche.

Unser Pastinakenfazit

Hat sich die Pastinake einen Platz auf unserem Teller verdient? Diese Frage stellt sich doch jetzt gar nicht mehr. Natürlich! Es wird Zeit, das Wurzelgemüse in seiner Vielseitigkeit zu würdigen. Eine Schärpe braucht es dazu nicht, aber ein Platz auf unserem Speiseplan wäre ganz wunderbar, nicht für die Pastinake – der wird das wahrscheinlich ziemlich egal sein – wohl aber für uns, unsere kulinarische Vielfalt und eine ausgewogene Ernährung.

 

Sommerzeit ist Grillzeit! Durchschnittlich 13 mal pro Jahr heizt ein/e Deutsche/r Holzkohle-, Gas- oder Elektrogrill ein und ist damit unseren Vorfahren so nah wie selten. Auf die Historie des Grillen zurückzublicken heißt nämlich nicht, einzelne Kulturen ferner Länder unter die Lupe zu nehmen. Vielmehr haben wir es hier mit einem globalen Phänomen zu tun, das seinen Ursprung an einem Punkt in der Menschheit findet, der alles veränderte. Den entscheidenden Funken zum Grillen schlug vor rund 32.000 Jahre das Feuer. Mit ihm begann der Erfolgsweg der Menschheitsgeschichte und, wenngleich nicht ganz so elementar wichtig, auch der des Barbecues.

Das Feuer öffnete Nahrungswelten

Selbst wenn wir heute eher an Tischen sitzen, unser Grillgut mit Messer und Gabel schneiden und mit Servietten den Mund sauber tupfen, tun wir doch etwas, das in der Steinzeit seinen Anfang fand. Zugegeben, wir müssen kein Mammut mehr erlegen und in grobe Stücke schneiden, die wir aufspießen und übers Feuer halten – aber ganz so weit entfernt sind wir davon dann doch nicht. Hitze ist und bleibt entscheidend bei der Zubereitung von Speisen. Mit dem Feuer entwickelte der Mensch neue Garformen für seine Nahrung, die dadurch genießbar und verträglicher wurde. Dies war der Beginn der modernen Kochkunst.
Das entwickelten wir kontinuierlich weiter bis hin zu sterndekorierten Restaurants. Scheint jedoch die Sonne, entfernen wir uns gerne und schnell von Molekularküche und Induktionsherd. Dann ist es der Grill, der mit seiner Hitze Röstaromen erzeugt, denen wir kaum widerstehen können. Grillen, richtig umgesetzt, ist übrigens ein besonders schonendes Garverfahren. Das Gargut hat keine direkte Berührung mit Feuer, Dampf oder Fett. Dafür wirkt die Strahlungshitze. Die Lebensmittel laugen weder aus, noch saugen sie sich mit Fett voll.

Grillen – ein historischer Genuss

Das Wort ‚grillen‘ leitet sich vom lateinischen ‚craticulum‘ ab. Das könnte man mit ‚kleiner Rost‘ übersetzen. Belegt ist, dass bereits die Römer einen Grillrost verwendeten. Schon lange ist uns auch klar, dass nicht nur Fleischstücke gegrillt werden können. Bereits antike Kulturen am Mittelmeer kannten Bratwürste. So richtig auf Erfolgskurs kamen die aber erst im Spätmittelalter. Bayern blickt beispielsweise auf eine der ältesten Bratwursttraditionen zurück. 1313 datiert ein Beleg über die Nürnberger Bratwurst. Thüringen folgte 1404 mit der Thüringer Rostbratwurst.
Grillen ist in Deutschland jedoch noch nicht ganz so lange etabliert. Teures Fleisch stand früher nur Privilegierten zu, also nicht dem gemeinen Volk. Die Grillkultur wie wir sie kennen, entwickelte sich erst nach dem zweiten Weltkrieg hierzulande. Wie so vieles schwappte dieser Trend über den großen Teich zu uns herüber. Entscheidend waren dabei zwei Faktoren: die Erfindung des beweglichen Grills Anfang der 50er Jahre und amerikanische GIs, die in Deutschland stationiert nicht auf das in Amerika beliebte Fleischvergnügen verzichten wollten.
Modernes Grillen reicht inzwischen vom Profi-Barbecue auf kostspieligen Markengrills bis zur Feuerstelle im Garten. Zwischen dem Studium optimaler Garung ausgewählter Fleischstücke bis zum kurzentschlossenen Gemeinschaftsgrillen von weniger ambitionierten Hobbyköchen wagt sich jeder an die heiße Glut.

Vom Fleisch bis zum Gemüse – der Grill ist ein Alleskönner

Und auch das Grillgut trumpft heute mit Varianten auf, die den Gaumen von Fleischliebhabern über den von Vegetariern bis hin zu dem von Veganern verwöhnen. Die TAGWERK Bio Metzgerei bietet ein reichhaltiges Angebot an Grillspezialitäten. Natürlich zählen Fleischstücke wie Halsgrat, Kotelette oder Steaks dazu. Aber schon wie die antiken Kulturen des Mittelmeers schätzt die TAGWERK Bio Metzgerei den Wert des ganzen Tieres. So verarbeitet die Metzgerei Fleischteile zu hervorragenden Würsten, die jeden Grillabend zum Geschmackserlebnis ohne künstliche Zusatzstoffe machen. Handwerklich anspruchsvolle Rezepturen mit fein justierten Gewürzen, alles in Bio Qualität, schenken dem Angebot der Metzgerei eine ganz besondere Güte.
Vegetarier kommen mit dem TAGWERK Bio Grillkäse auf ihre Kosten. Ergänzt um frisches Grillgemüse und Tofu, deckt die Region ihnen reichlich und geschmackvoll den Tisch.
Wer grillt, denkt meist an Fleisch. Eine echte Köstlichkeit auf dem Grill sind jedoch die TAGWERK Bio Forellen. Sie verwöhnen mit höchster Qualität und feinem Aroma.

Der Grillphantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Das Mamut gibt es leider nicht mehr. Und wenn, würden wir es hegen und pflegen, statt zu grillen. Aber auch unsere Region bietet eine Vielzahl von Genüssen, die jeden glücklich machen.
Viele TAGWERK Bio Grillvarianten finden Sie unter:
Saisonales - Sommer

 

Begriffe wie Völkerteilung oder Hochzeitsflug könnten fast schon menschlich interpretiert werden. In Wahrheit jedoch reden wir von der Honigbiene. Sie ist das Zünglein an der Waage der Natur und dennoch nimmt sie sich selbst nicht wichtig! Das einzige Streben der Honigbiene ist, ihren Platz in ihrem Volk einzunehmen und ihre Aufgabe zu erfüllen. Damit schafft die Honigbiene optimale Voraussetzungen für einen funktionalen Staat.

Der Bienenstaat

Wer sich mit Bienen beschäftigt, taucht in eine faszinierende Welt ein. Die westliche Honigbiene lebt in einer hochsozialen Gesellschaft. Sie dient ihrem Volk und sichert damit ihr eigenes Überleben. Eine Biene kann nicht alleine existieren. Sie braucht den Kontakt zu ihren Artgenossinnen. Und das sind in bis zu 50.000, so groß ist ein Bienenvolk in der Hochsaison. Gemeinsam bilden sie einen durchorganisierten Superorganismus.

Die Königin

Im Frühjahr dreht sich erst einmal alles um die Königin. 16 Tage nach der Eiablage schlüpft sie. Schon der Beginn ihres jungen Herrscherinnenlebens ist etwas martialisch. Es kommt quasi zum Königs- oder besser gesagt Königinnenmord. Dabei hilft der ambitionierten Königin ihr Stachel. Sie tötet damit die Konkurrenz. Die stärkste Nachwuchskönigin, Prinzessinnen gibt es im Bienenvolk nicht, setzt sich durch.
Noch raffinierter strickt Mutter Natur am Bienenvolk, um die Arbeiterinnen willig zu halten. Nach dem Ablegen der Eier erfreuen sie sich der Pheromone ihrer Königin. Dieser Stoff unterstützt das Lernverhalten der Arbeiterinnen, hält sie zusammen und unterdrückt die Entwicklung der Eierstöcke. Es kann und darf eben nur eine geben in diesem System. Hormonelle Schwankungen würden das Gefüge stören.
Im Frühsommer schwärmt sie mit Tausenden von Bienen aus, um einer Jüngeren Platz zu machen. Zuvor legt sie im alten Staat Eier für die Nachfolgerin in vorbereiteten Weichselzellen. Die Königin und ihr Volk finden in der Regel in einem unbewohnten Bienenstock ihres Imkers ein neues Zuhause

 

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Die Arbeiterin

Die  Königin legt bis zu 2000 Eier pro Tag. Die Arbeiterinnen im Bienenvolk hegen und pflegen die daraus schlüpfenden Larven. Bis zur Verpuppung werden sie gefüttert. Aus dem Kokon schlüpft die Honigbiene. Damit beginnt ihre Karriere im Bienenvolk. Die fängt allerdings erste einmal ganz unten an. Zunächst findet sie ihre Aufgabe als Ammenbiene, muss putzen, den Nektar zu Honig verarbeiten, Pollen einstampfen und Wache halten. Erst die älteren Bienen schwärmen aus, um Nektar zu sammeln. Dann sind sie rund 22 Tage alt und stehen quasi schon am Ende ihres  arbeitsreichen Lebens von insgesamt circa 35 Tagen. Im wahrsten Sinne des Wortes arbeiten Honigbienen bis zum Umfallen. Dabei sind sie mit Sicherheit die schlecht bezahltesten Arbeiterinnen der Welt bei höchster ökonomischer Bedeutung. Honigbienen haben in Deutschland einen bezifferten volkswirtschaftlichen Nutzen von 2,7 Milliarden Euro, weltweit sogar von rund 265 Milliarden Euro, mit eingerechnet die Bestäubungsleistung für Agrarpflanzen. Ohne Biene gäbe es keinen Apfel, keine Birne und insgesamt wäre unser Tisch nicht mehr so reich gedeckt. Sie bestäubt 80 Prozent der  Agrarpflanzen. Die Biene fordert kein Geld für diese immense wirtschaftliche Leistung, wohl aber hat sie Respekt verdient und einen umweltfreundlichen Umgang mit ihr und der Natur.

Quelle Musik: www.musicfox.com

Die Drohnen

Die Drohnen hingegen widmen sich nur einer einzigen Aufgabe: der Befruchtung der Königin. Im Gegensatz zu ihren Schwestern, schlüpfen die männlichen Bienen aus unbefruchteten Eiern. Damit beginnt ihr dramatisches Leben, das fast schon Hollywood Charakter hat: Der tragische Held!
Schlüpft der Drohn aus seinem Ei, ist er zunächst einmal deutlich träger als seine Schwestern. Er lässt sich füttern und stärkt sich für seine Orientierungsflüge. Das ist auch dringend notwendig. Schon mit acht bis zehn Tagen ist er geschlechtsreif. Damit beginnt die Jagd auf eine willige Königin, um sie zu begatten. Drohnen befinden sich in bester und vor allem großer Gesellschaft. An sogenannten Drohnensammelplätzen finden sie sich zusammen und warten auf Königinnen, die sich zu ihrem Hochzeitsflug aufgemacht haben. Sofort starten die Drohnen und kreisen in einer großen Traube um die Königin. Nur zehn bis fünfzehn dürfen sich ihres zwiespältigen Glücks erfreuen, denn das Vergnügen währt allzu kurz.
Im Flug dockt der Drohn von hinten an die Königin an. Er spendet seinen Samen und stirbt. Dabei bleibt das Paarungsorgan meist in der Königin stecken. Die Königin füllt ihre Samenblase mit bis zu 10 Millionen Spermien. Die übrigen Drohnen leben 30 bis 40 Tage. Sie können sich zwar nicht vermehren, aber immerhin fristet ihr Leben dreimal so lang. Alles kann man eben nicht haben. Nach dem Hochzeitsflug folgt die Drohnenschlacht. Den männlichen Bienen wird der Zugang in den Bienenstock verwehrt. Futter gibt es auch nicht mehr und bei ganz hartnäckigen Drohnen, kommt auch schon mal der Stachel einer Arbeiterin zum Einsatz. Immerhin sterben dann beide gemeinsam, Arbeiterin und Drohne – wie gesagt, Hollywoodreif!

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Der Honig

Die Biene sammelt Nektar von Blütenpflanzen oder Honigtau von Nadelbäumen. Diese Säfte speichert sie in ihrer Honigblase. Dann geht’s zum Bienenstock. Dort lagert sie die Ernte in Waben ein. Die Stockbienen verarbeiten sie weiter. Bienen sind blütenstet. Das bedeutet, die Honigbiene koordiniert das Sammeln. Hat eine Honigbiene eine lukrative Trachtquelle gefunden, informiert sie ihre Kolleginnen per Tanz darüber und schafft es damit, Himmelrichtung, Entfernung, Ergiebigkeit und Duft zu kommunizieren. Das ist absolut effektiv, weil so alle Sammelbienen mit dem gleichen Ziel starten und einen sortenreinen Honig produzieren können.
Für die Honigsemmel am Morgen legt eine Biene übrigens rund 3000 km zurück. Das ist definitiv etwas weiter als unser Weg zum Bäcker. Für ein Glas Honig umrundet sie fast zweimal die gesamte Erde. Drei- bis viermal pro Saison kann der Imker den Honig seiner fleißigen Helferinnen ernten. Dazu entnimmt er dem Bienenstock die Waben. Mittels Zentrifugalkraft zieht die Honigschleuder den Honig aus den Waben. Der Honig fließt heraus. Vor der Abfüllung wird er gefiltert. 1,4 kg Honig isst jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Honig ist ein Genuss für die Geschmacksnerven und er ist das Ergebnis einer heroischen Sammelaktivität der Bienen.

Untrennbar mit der Honigbiene verbunden ist der Imker. TAGWERK Imker leben mit ihren Völkern. Sie wertschätzen, hüten und pflegen sie, weil am Ende nur gesunde Bienenvölker guten Honig produzieren.

Funde weisen darauf hin, dass es erste Bienen schon vor 100 Millionen Jahren gab. Als Bienen und Blüten aufeinandertrafen begann eine Symbiose, die heute unser ökologisches Gleichgewicht sichert. Beide passten sich im Laufe vieler Jahrtausende aneinander an. Blüten bildeten Nektarkelche mit Staubfäden. Bienen entwickelten einen Rüssel, um Nektar und Pollen sammeln zu können. Der korrekte Begriff dafür ist Evolution. Man könnte es aber auch als ein ‚Wunder der Natur‘ verstehen, das es zu würdigen und zu schützen gilt.

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Wer kennt es nicht, das Frühstücksei am Sonntag?! Mit dem Löffel die Schale anschlagen, den Kopf pellen und dann einfach nur genießen. Dazu Kaffee und frisches Brot mit Butter. 
Welche Bilder jedoch hat man vor Augen, wenn man an das Huhn denkt, das dieses Ei gelegt hat? Entspannt pickende Hennen auf grünen Wiesen unter blauem Himmel oder im luftigen Stall beim Sandbaden! An dieser idyllischen Vorstellung kann jeder festhalten, der ein TAGWERK Bio Ei in seinem Eierbecher hat. Denn dieses Ei stammt entweder vom Grosserhof in Pfarrkofen oder vom Seepointerhof in Tiefenbach, beide bei Landshut. Die Bio Betriebe setzen ein Konzept um, das nicht nur sinnvoll ist, sondern den tiefen Respekt vor den Tieren ausdrückt. Ihre Hennen sind Zweinutzungshühner.

Was bedeutet das? Diese Frage ist nicht erstaunlich. Das Zweinutzungshuhn ist vielen Menschen unbekannt. Das wollen wir jetzt ändern!

Zweinutzungshuhn – nicht neu und innovativ, aber überzeugend und verantwortlich

Noch in den 60er Jahren lebten Hühner als Schar auf kleinen Höfen. Die Hennen legten Eier, Glucken brüteten einen Teil davon aus. Weibliche Küken wuchsen nach dem Schlüpfen zu Hühnern heran und legten wiederum Eier. Männliche Küken wurden zu Gockeln und deckten den Tisch irgendwann als Brathähnchen. Im Grunde genommen handelte es sich bei dieser traditionellen Haltungsform um Zweinutzungshühner! 
Der Grosserhof und der Seepointerhof sind dazu zurückgekehrt. Ihre Hennen legen wie auf jedem Hühnerhof Eier. Aus den bebrüteten Eiern schlüpfen Küken, männliche wie weibliche und deren Zukunft ist wie die ihrer Vorfahren. Diese Haltungsform ist selten geworden, weil sie schlicht unrentabler ist. Heute sind die meisten Hennen in der Eierproduktion Hybridhühner, gezüchtet auf Höchstleistung in der Eierproduktion. Zweinutzungshühner erreichen eine niedrige Leistung als die in Eier- und Fleischrassen unterschiedenen Hybrid-Artgenossen. Die Hähne brauchen bis zur Schlachtreife doppelt solange, also 64 statt 32 Tage und setzen etwas weniger Fleisch an. Die Hennen legen im Vergleich jährlich rund 60 Eier weniger. Dafür sind Zweinutzungshühner in ökologischer Haltung deutlich vitaler. Auch sagt man ihnen einen ausgewogeneren Charakter und ein entspannteres Verhalten in der Herde nach. Trotzdem bleibt der wirtschaftliche Nachteil für den Landwirt. Warum also halten der Grosserhof und der Seepointerhof aus Überzeugung Zweinutzungshühner?

Das müssen wir uns genauer anschauen!

Die ursprüngliche Haltungsform verlor sich mit der Industrialisierung der Eiererzeugung ab den 60er Jahren. Im Mittelpunkt stand die Wirtschaftlichkeit. Eine Henne sollte möglichst viele Eier legen und ein Masthähnchen so viel Fleisch wie möglich ansetzen.  Hennen wurden in erster Linie als  Produktionsmittel gesehen, eine Perspektive, bei der der Respekt vor den Tieren in den Hintergrund tritt. Die Hennen wurden immer weiter zu Hochleistungshühnern optimiert. Dies nahm völlig neue Ausmaße an, als die Idee entstand, das Prinzip der Hybridzüchtung vom Mais auf das Huhn zu übertragen. Aus technischer Sicht handelt es sich dabei um komplizierte Kreuzungen zwischen verschiedenen und bereits optimierten Hühnerrassen. Hochspezialisierte Genetiker arbeiten bis heute ständig an der Verbesserung unter Anwendung moderner Zuchtmethoden und geplanter Selektion. Das Ergebnis ist ein ‚Kunstprodukt‘ wie es sich auf natürlichem Wege nicht entwickeln würde. Das rüstet die Tiere mit genetischen Voraussetzungen, die vor allem eines im Fokus haben, den großen Hunger der Menschen nach Eiern und Fleisch zu stillen. Bis heute sind diese Kreuzungen ein streng gehütetes Geheimnis der jeweiligen Unternehmen, die Hybridhühner entwickeln.

Kein Platz für Tierschutz

Nun könnte man auf den ersten Blick meinen, dass nichts dagegen spricht, geschickt zu kreuzen. Aber das tut es in diesem Fall leider doch, vor allem, wenn einem der Tierschutz am Herzen liegt. Diese Entwicklung führte zu einer klaren Differenzierung in wirtschaftlich und unwirtschaftlich. Entweder gibt das Huhn viele Eier oder es setzt ordentlich Fleisch an, beides in einer Rasse vereint geht nicht. Hähne bleiben bei dieser Form der Hybridhühnerhaltung auf der Strecke. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass aus den Eiern der Hennen sowohl weibliche als auch männliche Küken schlüpfen. Die männlichen Nachkommen sind aus unternehmerischer Sicht unrentabel. Kosten aus Haltung und Fütterung rechnen sich nicht. Das führt dazu, dass in Deutschland jährlich 45 Millionen männliche Küken getötet werden, also täglich über 126.000. Man nennt sie ‚Eintagsküken‘, während die weiblichen ‚Stubenküken‘ heißen. Dieser Name ist Programm, was die Zukunft des gefiederten Nachwuchses betrifft. Und das ist noch der freundliche Ausdruck. Die männlichen Küken zählen zum Merzvieh, dem Teil von Nutz- und Zuchttieren, der aufgrund mangelnder Qualitäten getötet wird. Darauf geht übrigens auch der Begriff ‚ausmerzen‘ zurück. Das Leben dieser Küken findet binnen 24 Stunden sein Ende.
Für die Landwirte ergibt sich aus der Haltung von Hybridhennen noch ein anderer Aspekt. Die Küken werden fast ausschließlich von Großunternehmen produziert. Aus den Eiern der eigenen Hennen können sie wegen der genetischen Zusammenhänge keinen Nachwuchs ziehen. Sie müssen also bei den Konzernen Jungvieh kaufen, die die Hybridhennen entwickelt haben.

Schwesterliche Solidarität

Vom Stier haben wir schon ein klareres Bild. Jeder, der vor einem Stier steht, hat ordentlichen Respekt. Und das ist auch gut so. Ein Stier oder auch Bulle ist ein geschlechtsreifes männliches Hausrind. Mit seinen 1000 bis 1200 kg ist er ein beeindruckendes Kraftpaket. Die individuelle Hormonlage eines Stiers macht seinen Charakter aus. Besonders achtsam ist man sehr leidenschaftlichen Tieren gegenüber. Es gibt aber auch entspannte Vertreter. Nicht jeder Stier sieht rot. Die Aufgabe des Stiers erklärt sich von selbst: er sorgt potent für den Erhalt der Herde.

Erwähnt werden sollte hier auch noch ein anderes Projekt: die Bruderhahn-Aufzucht! Dabei handelt es sich um Initiativen, die sich dem Töten der männlichen Küken auf andere Weise widersetzen. Sie ziehen die männlichen Nachkommen der leistungsstarken Hybridrassen mit auf und nehmen die unwirtschaftlichen Umstände in kauf. Diese Initiativen setzen auf bewusste Konsumenten, die bereit sind, für die Eier einige Cent mehr zu zahlen. Mit diesem Ertrag finanzieren die Hennen quasi das Leben ihrer Brüder.

Bedenkt man diese Zusammenhänge, schmeckt das Frühstücksei von einer solchen Hybridhenne so manch einem gleich nicht mehr so gut. Liegt einem das Tierwohl am Herzen macht es Sinn, sich beim Einkauf genauer anzuschauen, woher die Eier stammen. Es ist so einfach, gut zu entscheiden und auf diese Weise aktiv Einfluss auf die Haltungsbedingungen des Federviehs zu nehmen. Die Nachfrage regelt den Markt! Das bedeutet: angeboten wird nur, was auch gekauft wird.

Schweift der Blick über grasende Kühe auf sommerlichen Weiden, machen wir uns meist wenig Gedanken, was wir da eigentlich sehen. Allerdings ist die vermeintliche Kuh vielleicht gar keine. Es könnten auch Ochsen sein oder Kalbinnen oder Rinder! Das braucht Aufklärung. Eines sei schon zu Beginn verraten: Rinder sind sie alle! Ein Rind ist nämlich der Oberbegriff für unsere kostbaren Nutztiere, ungeachtet des Geschlechts. Da kann man quasi nichts falsch machen. Rinder stammen übrigens vom Auerochsen ab. Ursprünglich kommen die Hausrinder, wie wir sie kennen, aus Anatolien und dem Nahen Osten. Hinweise belegen, dass bereits vor rund 10.000 Jahren das Rind als Nutztier entdeckt und vom Menschen domestiziert wurde. Wir laden Sie ein auf eine kleine Reise der Rinderkunde! 

Die Kuh

Beginnen wir mit dem, was uns am meisten vertraut ist: der Kuh! So nennt man ein Rind nach dem ersten Kalben. In der Regel ist sie zu diesem Zeitpunkt ungefähr 27 Monate alt. Nach dem Kalben gibt sie Milch und wird zur Milchkuh. Darf sie ihr Kalb säugen, ist sie jedoch eine Mutterkuh. Modelmaße sind in der Rinderwelt jedenfalls optisch nicht wichtig. Eine Kuh bringt stattliche 500 bis 800 kg auf die Waage. 

Das Kalb

Kommen wir zum Nachwuchs. Der Begriff Kalb ist uns allen vertraut. Große Augen, kurzes Maul, weiches Fell und auch alle anderen körperlichen Merkmale lassen unsere Herzen höherschlagen, wenn wir einem Kalb begegnen. Bis zum 7. Monat trägt das Kalb diesen Namen. Dann wird es zum Jungrind bis es ein Jahr alt ist. In dieser Übergangsphase setzt auch die Geschlechtsreife ein.

Die Kalbin

Jetzt wird es schon schwieriger. Die Kalbin oder auch Färse genannt, ist ein zuchtreifes weibliches Rind, das jedoch noch nicht gekalbt hat. Mit circa 18 Monaten ist die Kalbin soweit entwickelt, dass sie trächtig werden darf. Nach der Trächtigkeit und dem Kalben nennt sie sich voller Stolz Kuh.

Der Stier

Vom Stier haben wir schon ein klareres Bild. Jeder, der vor einem Stier steht, hat ordentlichen Respekt. Und das ist auch gut so. Ein Stier oder auch Bulle ist ein geschlechtsreifes männliches Hausrind. Mit seinen 1000 bis 1200 kg ist er ein beeindruckendes Kraftpaket. Die individuelle Hormonlage eines Stiers macht seinen Charakter aus. Besonders achtsam ist man sehr leidenschaftlichen Tieren gegenüber. Es gibt aber auch entspannte Vertreter. Nicht jeder Stier sieht rot. Die Aufgabe des Stiers erklärt sich von selbst: er sorgt potent für den Erhalt der Herde.

Der Ochse

Der Ochse dagegen hat keine Chance mehr, Nachwuchs zu zeugen. Schon vor der Geschlechtsreife wir das männliche Kalb kastriert und so zum Ochsen. Dieses Verfahren setzen unsere Vorfahren schon seit 4000 v. Chr. in Mitteleuropa um. Ursprünglich diente der Ochse nämlich als Arbeitskraft. Die Kastration schenkt ihm ein deutlich friedlicheres Wesen, so dass er sich als kräftiger Helfer der Landwirtschaft zum Beispiel vor den Karren spannen ließ. In anderen Ländern der Erde ist dies heute noch so. Bei uns jedoch ist der Ochse ein wertvolles Nutztier, das uns mit seinem hochwertigen marmorierten Fleisch, den Tisch deckt.

Rinder – von der Natur gemacht, vom Menschen respektiert

TAGWERK Rinder erfreuen sich eines guten Lebens. Alle landwirtschaftlichen Partner Betriebe, gehören einem Anbauverband an. Das sichert den Tieren Lebensbedingungen, die ihnen und ihren Bedürfnissen gerecht werden. Die Landwirte respektieren und wertschätzen sie. Eine gesunde Milchkuh erfreut sich bei den Partnerbetrieben an zwei Jahrzehnten Lebenszeit. Schon bei der Geburt erhält sie eine Ohrmarke mit Identifikationsnummer. Das sichert die genaue Datenerfassung. 
Rinder sind ein kleines Wunderwerk der Natur. Ihnen gelingt es, Gras, das für den Menschen ansonsten nicht genießbar ist, in Nahrung zu verwandeln. Dabei hilft ihnen ein ausgeklügeltes Verdauungssystem. Vier Mägen bearbeiten die Rohfasern so lange, bis sie verdaut werden können. Entgegen des ersten Eindrucks entspannt grasender Rinder, arbeitet ihr Organismus auf Hochtouren. Um die 30.000 Kaubewegungen leisten Rinder pro Tag. Dabei produzieren sie in 24 Stunden über 150 Liter Speichel – eine ungeheure Menge. Nicht erstaunlich, dass sie entsprechend viel trinken! 180 Liter braucht ein ausgewachsenes Rind täglich. Und die schluckt es in Rekordzeit mit 25 Litern pro Minute. Als Futter für seinen leistungsfähigen Organismus dienen Gras, Heu und manchmal ein wenig Kraftfutter – bei TAGWERK Betrieben natürlich alles in Bio Qualität. 
Einen landwirtschaftlichen Betrieb kann man auch als lebendigen Organismus betrachten. Alle dazu gehörigen Elemente greifen im besten Fall unterstützend und ergänzend ineinander. Ein solch geschlossener Kreislauf ist die Grundlage für fruchtbare, lebendige Böden, auf denen vitale Pflanzen mit optimalen Inhaltsstoffen wachsen. Hier erfüllen Rinder eine wichtige Aufgabe. Ihre Ausscheidungen dienen der Kompostherstellung. Entscheidend für ein entsprechendes Gleichgewicht ist das Verhältnis der Weidefläche zur Menge der Tiere. Im biologisch-dynamischen Anbau liegt dieses Verhältnis bei 1,5 Rindern je Hektar. Der geschlossene Hofkreislauf ist ein tolles Beispiel, bei dem Menschen, Pflanzen, Tiere und Böden im Gleichgewicht zusammenwirken.

Rinder sind beeindruckende Wesen, die den guten Umgang mit ihnen verdient haben. Wenn man all dies weiß, schmecken TAGWERK Bio Milch- und Fleischprodukte gleich noch besser, denn die Würde der Tiere steht im Mittelpunkt des Wirkens.

TAGWERK - Unsere Bio Nachbarn

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