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Die TAGWERK Großhandel für Naturkost GmbH und VollCorner Biomarkt GmbH überreichen am 06.05.2014 dem Kultursaat e.V. – vertreten durch Michael Fleck und Julian Jacobs – eine Spende in Höhe von 5.000 Euro.

Ort: VollCorner Filiale Würmtalstraße 95 81375 München

Termin:  06.05.2014 14:00 Uhr

Kultursaat e.V. ist ein Verein mit dem Ziel, die Entwicklung von Gemüsesorten für den ökologischen Erwerbsanbau voranzutreiben. Der gemeinnützige Verein Kultursaat, der 1994 aus dem Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau heraus gegründet wurde, hat die Wichtigkeit für eine eigene Saatgutvermehrung und Züchtung früh erkannt und betreibt auf zurzeit 20 Betriebsstandorten seine Züchtungsarbeit. Die Kultursaat-Züchter erhalten bewährte samenfeste Sorten und entwickeln neue Sorten für den ökologischen Anbau. Heute sind 43 Gemüsesorten als Neuzüchtungen von Kultursaat beim Bundessortenamt zugelassen, für weitere 13 Sorten ist Kultursaat kostenpflichtig als offizieller Erhaltungszüchter eingetragen. Noch gibt es nicht für alle Sorten gut entwickeltes samenfestes Saatgut.

Das Thema Saatgut und Züchtung ist in den letzten Jahren immer brisanter und präsenter geworden. In den normalen Saatgutkatalogen werden zunehmend nur noch Hybride angeboten. Das entspricht in keiner Weise den Erwartungen der TAGWERK Großhandel für Naturkost GmbH und VollCorner. „Hybride werden aus Inzuchtlinien zusammengesetzt“, erklärt Manfred Schüchter von der TAGWERK Großhandel für Naturkost GmbH. Schüchter weiter: „Zwar liefern Hybride dadurch wunderbar gleichmäßige Pflanzen und höhere Erträge. Hybrid-Salate und -Gemüse sind im Handel deshalb auch billiger als samenfeste Sorten. Allerdings hat die Hybridstruktur Auswirkungen auf die innere Qualität der Ernte. Verschiedene Untersuchungen haben unabhängig voneinander gezeigt, dass Hybridpflanzen weniger Lebenskräfte in sich tragen.“

Außerdem kann die Hybridzüchtung nur von großen Firmen geleistet werden, die dann ein Patent auf die jeweiligen Sorten besitzen. Willi Pfaff von VollCorner gibt deshalb zu bedenken: „Die großen Firmen haben dadurch viel Macht. Die Anbauer sind völlig abhängig von ihnen. Und schließlich bedeutet die Beherrschung des Saatgutmarkts auch, dass die genetische Vielfalt verschwindet. Samenbeständige alte Sorten sind einfach weg, niemand pflegt sie mehr.“

Die Ziele des Kultursaat e.V. – die Erhaltung der Biodiversität, der genetischen Vielfalt und der hohen Qualität unserer Kulturpflanzen – liegen auch der TAGWERK Großhandel für Naturkost GmbH und VollCorner Biomarkt GmbH sehr am Herzen. Die Spende soll einen Beitrag für diese Arbeit leisten.

Die TAGWERK Großhandel für Naturkost GmbH ist ein regionaler Großhandel für ökologisches Obst und Gemüse und bezieht einen Großteil ihrer Ware von Bauern und Gärtnern aus der Region. VollCorner achtet im Sortiment sehr auf die regionale Herkunft und die Qualität der Lebensmittel, u.a. eben auch auf die Verwendung samenfesten Saatguts in den Betrieben.

Nachdem sich die Gentechnikdebatte in letzter Zeit etwas beruhigt hatte, laufen aktuell die Mühlen in Europa wieder heiß. Die Kommission hat einen neuen Gentechnik-Mais zur Anbauzulassung in Europa vorgeschlagen – die dritte gentechnisch veränderte Pflanze, die dann in Europa angebaut werden dürfte. Noch vor Ende des Jahres könnte der EU-Umweltministerrat über den 1507-Mais von Pioneer Hi-Bred eine Entscheidung fällen. Kommt hier keine qualifizierte Mehrheit zustande, entscheidet die EU-Kommission. Gesundheitskommissar Tonio Borg hat bereits angekündigt, im Falle eines Patts, die Maissorte zuzulassen. Dann stehen Bäuerinnen und Bauern in Europa erneut vor der Frage, wie sie ihre Ernten vor Gentechnik-Verunreinigungen schützen können.

Einschlägige Erfahrungen zum Gentechnik-Anbau werden in Brasilien gemacht. Hier werden großflächig gentechnisch veränderte Sojabohnen angebaut – gleichzeitig ist das Land der wichtigste Lieferant gentechnikfreier Soja für Europa. Hierüber wird Prof. Antônio Inácio Andrioli aus erster Hand Auskunft geben. Andrioli ist Vize-Rektor der Bundesuniversität da Frontera Sul in Brasilien und Mitglied in der brasilianischen Biosicherheitskommission für gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere. Zudem wird er darüber berichten, wie ausgehend vom Süden Brasiliens eine agrarpolitische Wende angestoßen wird und welche Bedeutung die Entwicklungen in Brasilien auch für die Landwirtschaft bei uns haben.

Termin: 11.12.2013, 20 Uhr

Ort: Gasthof Menzinger, 84435 Lengdorf, Hauptstr. 3

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